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Proteste gegen Wohnungsnot in Spanien

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Zehntausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

Zehntausende demonstrieren nach Zwangsräumung von 87-Jähriger in Madrid

tagesschau · 2026-09-26 23:37:30 · Importance: 75 · Content Zehntausende in Madrid auf der Straße Zwangsräumung von 87-Jähriger löst Massenprotest aus Unmut über Wohnungsnot und hohe Mieten gibt es auch in Spanien schon lange. Doch die Zwangsräumung einer 87-Jährigen bringt für viele nun offenbar das Fass zum Überlaufen. Zehntausende gingen in Madrid auf die Straße. In Madrid haben Zehntausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum und mehr Mieterschutz demonstriert. Auslöser war die Zwangsräumung der 87-Jährigen Maricarmen Abascal, die nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung in der spanischen Hauptstadt vertrieben worden war. Der Protest stand unter dem Motto "Ni una Maricarmen más" ("Keine weitere Maricarmen"). Abascal hatte die Spanier in einer vom Mieterschutzbund verbreiteten Videobotschaft zu Protesten aufgerufen. Wie viele ihrem Aufruf folgten, ist nicht ganz klar. Die Behörden gaben die Zahl der Teilnehmenden mit rund 25.000 an, die Organisatoren vom Verband "Sindicato de Inquilinas" sprachen von mehr als 300.000. An dem Marsch in der Innenstadt von Madrid beteiligten sich viele jungen Menschen. Miete von 500 auf 2.650 Euro erhöht Die Demonstranten machen sowohl die linke Zentralregierung von Pedro Sánchez als auch konservative Regionalregierungen wie jene von Isabel Díaz Ayuso in Madrid für die Wohnungsnot verantwortlich. Sie fordern unter anderem die automatische Verlängerung von Mietverträgen auf unbestimmte Zeit, einen besseren Schutz vor Zwangsräumungen, ein Einfrieren der Mieten sowie eine Reform des Mietrechts, die Zeitmietverträge und die Vermietung von Zimmern stärker reguliert. Der Fall der 87-Jährigen hatte in Spanien große Aufmerksamkeit ausgelöst. Sie war 1956 mit ihren Eltern in die Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro eingezogen und hatte später den Mietvertrag übernommen. Nachdem das Gebäude an ein Immobilienunternehmen verkauft worden war, sollte sie ausziehen, weil ihr alter Mietvertrag beendet werden sollte. Nach Angaben des Mieterverbands wurde ihre Miete von 500 auf 2.650 Euro monatlich erhöht. Die Bilder von der Zwangsräumung der 87-Jährigen lösten in Spanien eine Welle der Empörung aus. "Ich will, dass es den Leuten Mut macht zu kämpfen" Am Mittwoch wurde Abascal nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen schließlich aus der Wohnung gebracht und anschließend ins Krankenhaus eingeliefert. "Ich will, dass das, was mir passiert ist, dazu beiträgt, dass es niemand anderem mehr passiert", sagte Abascal in der Videobotschaft. "Ich will, dass es den Leuten Mut macht zu kämpfen und die Gesetze zu verändern, die meine Zwangsräumung zugelassen haben." Wie in vielen anderen Ländern sorgen auch in Spanien Wohnungsknappheit und steigende Mieten seit Längerem für Unmut. Laut der Banco de España fehlen in dem Land etwa 700.000 Wohnungen. Der Fall von Maricarmen Abascal setzt Regierungschef Sánchez nun aber massiv unter Druck. Sein Kabinett will in der kommenden Woche über ein unter dem Namen "Maricarmen-Erlass" bekannt gewordenes Maßnahmenpaket beraten. Dazu gehört etwa eine automatische Verlängerung von Mietverträgen und striktere Regelungen für Zwangsräumungen. · Summary In Madrid haben Zehntausende für bezahlbaren Wohnraum und Mieterschutz demonstriert. Auslöser war die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal, die nach 70 Jahren aus ihrer Wohnung im Stadtteil Retiro vertrieben wurde; ihre Miete war laut Mieterverband von 500 auf 2.650 Euro erhöht worden. Die Behörden zählten rund 25.000 Teilnehmer, die Organisatoren sprachen von über 300.000. Die Demonstrierenden machen Zentralregierung und Regionalregierungen für die Wohnungsnot verantwortlich und fordern u.a. unbefristete Mietvertragsverlängerungen, Schutz vor Zwangsräumungen und eingefrorene Miete

Unmut über Wohnungsnot und hohe Mieten gibt es auch in Spanien schon lange. Doch die Zwangsräumung einer 87-Jährigen bringt für viele nun offenbar das Fass zum Überlaufen. Zehntausende gingen in Madrid auf die Straße.

Riesen-Demo gegen Zwangsräumung in Madrid

Riesen-Demo gegen Zwangsräumung in Madrid

dw · 2026-09-27 06:05:00 · Importance: 70 · Content Riesen-Demo gegen Zwangsräumung in Madrid 27. September 2026 Zehntausende Menschen haben in Madrid für das Recht auf Wohnen demonstriert. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Zwangsräumung der Wohnung einer hochbetagten Frau. Nach dem Ende des Demonstrationszugs durch Madrid errichteten Aktivisten ein Protestcamp auf dem zentralen Platz Puerta del Sol. Größere Kundgebungen gab es auch in anderen Städten. Mietvertrag nach 70 Jahren beendet Der Fall der 87 Jahre alten Maricarmen Abascal sorgt in Spanien für große Aufmerksamkeit. Sie war 1956 mit ihren Eltern in die Wohnung im Madrider Stadtteil Retiro eingezogen, später übernahm sie den Mietvertrag. Nachdem ein Investor die Immobilie erworben und die Miete nach Angaben des Mieterverbands um 275 Prozent auf 2650 Euro monatlich erhöht hatte, sollte die Rentnerin ausziehen. Nach mehreren gescheiterten Räumungsversuchen wurde Abasacal schließlich am vergangenen Mittwoch aus der Wohnung gebracht, sie kam in ein Krankenhaus. "Ich will, dass das, was mir passiert ist, dazu beiträgt, dass es niemand anderem mehr passiert", sagte die in ihrer Mobilität eingeschränkte Frau in einer Videobotschaft. "Ich will, dass es den Leuten Mut macht zu kämpfen und die Gesetze zu verändern, die meine Zwangsräumung zugelassen haben." Hunderttausende Wohnungen zu wenig Kritiker machen sowohl die linke Zentralregierung von Pedro Sánchez als auch konservative Regionalregierungen wie jene von Isabel Díaz Ayuso in Madrid für die Wohnungsnot verantwortlich. Laut Experten fehlen in Spanien etwa 700.000 Wohnungen. Gefordert wird unter anderem eine automatische Verlängerung von Mietverträgen auf unbestimmte Zeit, ein besserer Schutz vor Zwangsräumungen, ein Einfrieren der Mieten sowie eine Reform des Mietrechts, die Zeitmietverträge stärker reguliert. Höchst umstritten sind auch Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb. Unter dem Eindruck der Proteste arbeitet das Kabinett Sánchez daran, bereits kommende Woche im Ministerrat ein neues Dekret zur Wohnungspolitik zu verabschieden. Das Real Decreto-ley hätte unmittelbar Gesetzeskraft, müsste anschließend aber binnen 30 Tagen vom Parlament abgesegnet werden. Die sozialistische Regierung verhandelt derzeit noch mit mehreren Parteien über deren nötige Zustimmung. wa/ack (dpa, afp) · Summary Zehntausende Menschen haben in Madrid für das Recht auf Wohnen demonstriert, ausgelöst durch die Zwangsräumung der Wohnung der 87-jährigen Maricarmen Abascal im Stadtteil Retiro. Ein Investor hatte die Miete nach Angaben des Mieterverbands um 275 Prozent auf 2650 Euro monatlich erhöht; am Mittwoch wurde die Rentnerin trotz mehrerer gescheiterter Versuche aus der Wohnung gebracht und kam ins Krankenhaus. Nach dem Demonstrationszug errichteten Aktivisten ein Protestcamp auf der Puerta del Sol, auch in anderen Städten gab es Kundgebungen. Kritiker machen die Zentralregierung von Pedro Sánchez und

Nach der Zwangsräumung der Wohnung einer 87-Jährigen ist die Empörung in Spanien groß. Der Fall Maricarmen Abascal wird zum Symbol für die Wohnungsnot im Land.

Nach Zwangsräumung in Madrid: 87-Jährige darf in ihre Wohnung zurück

Nach Zwangsräumung in Madrid: 87-Jährige darf in ihre Wohnung zurück

tagesschau · 2026-09-29 00:31:37 · Importance: 70 · Content Nach Zwangsräumung in Madrid 87-Jährige darf in ihre Wohnung zurück Die 87-jährige Mieterin, deren Wohnung zwangsgeräumt wurde, soll nach Hause zurückkehren können. Nach landesweiten Protesten will die spanische Regierung nun ein Dekret beschließen - gegen steigende Mieten und Wohnungsnot. Maricarmen Abascal kann nach ihrem Krankenhausaufenthalt in ihre bisherige Wohnung zurückkehren. Dies ist das Ergebnis von mehrstündigen Verhandlungen mit den Eigentümern, die sich bis in Nacht hingezogen hätten, teilte die Rechtsanwältin der 87-jährigen Rentnerin zu später Stunde mit. Über Detailfragen wie die Höhe der künftigen Miete oder warum eine solche Einigung nicht vor der Zwangsräumung möglich war, machte die Anwältin keine Angaben. Spaniens Regierung will Dekret vorlegen Die zentralen Forderungen der Organisation Mieterinnengewerkschaft für das von der Regierung angekündigte Dekret sind weiterhin: Keine Wohnungsräumungen mehr, wenn den Betroffenen keine alternative Wohnung angeboten werden kann. Mietverträge müssen künftig unbefristet sein, bislang befristete Mietverträge sollen sich künftig automatisch verlängern. Die Mieten sollten zudem eingefroren oder zumindest an die Entwicklung der Einkommen angepasst werden. Partei Podemos fordert Enteignung von Immobilienfonds Die Parteien links der regierenden Sozialisten von Ministerpräsident Pedro Sánchez schließen sich dem an. Die Partei Podemos fordert sogar die Enteignung von Immobilienfonds. Damit ein solches Regierungsdekret auch im Parlament Bestand hat, müssten zudem aber auch die baskischen Nationalisten und die katalanische Separatistenpartei Junts zustimmen. Sie gelten als eher wirtschaftsnah und plädieren dafür, das Dekret sollte sich auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner beschränken. Sollen Mietverträge nur bis 2028 verlängert werden? Die Tageszeitung El País hat berichtet, die Regierungsvorlage begrenze zwar Zwangsräumungen für die nächsten zwei Jahre. Mietverträge sollten bis 2028 verlängert werden. Das würde aber deutlich unter den Forderungen der Aktivistinnen und Aktivisten von der Mieterinnengewerkschaft bleiben. Die Proteste gegen die Situation auf dem angespannten Wohnungsmarkt haben sich unterdessen von Madrid auf weitere Städte in Spanien ausgeweitet. · Summary Die 87-jährige Maricarmen Abascal darf nach ihrer Zwangsräumung in Madrid in ihre Wohnung zurückkehren. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit den Eigentümern erzielte ihre Anwältin eine Einigung, Details zur künftigen Miete blieben offen. Nach landesweiten Protesten gegen steigende Mieten und Wohnungsnot will die spanische Regierung ein Dekret beschließen. Gefordert werden ein Ende von Räumungen ohne Ersatzwohnung, unbefristete Mietverträge und Mietanpassungen. Podemos verlangt die Enteignung von Immobilienfonds. Für das Dekret braucht die Regierung auch die Zustimmung baskischer und katalanisc

Die 87-jährige Mieterin, deren Wohnung zwangsgeräumt wurde, soll nach Hause zurückkehren können. Nach landesweiten Protesten will die spanische Regierung nun ein Dekret beschließen - gegen steigende Mieten und Wohnungsnot. Von H.-G. Kellner.

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Zeltproteste gegen Wohnungsnot und hohe Mieten in Madrid

Zeltproteste gegen Wohnungsnot und hohe Mieten in Madrid

tagesschau · 2026-09-28 01:22:23 · Importance: 70 · Content Mietproteste in Madrid Zelte gegen das "drängendste Problem des Landes" Der Fall bewegt Spanien: Eine 87‑Jährige muss nach Jahrzehnten ihre Wohnung verlassen. Zehntausende demonstrierten in Madrid gegen die Wohnungskrise. Entsteht eine neue Protestbewegung? "Geierfonds enteignen", steht auf einem Transparent im Zentrum von Madrid, auf einem anderen: "Befreit unsere Städte aus den Händen der Spekulanten". Bevor der Protestzug am Samstag loszieht, trägt Alicia del Río die Forderungen der Vereinigung Mieterinnengewerkschaft vor: Man wolle vor allem unbefristete Mietverträge. "Die Mietverhältnisse müssen stabil werden. Alle Verträge müssen sich automatisch verlängern. Die Mieten müssen zudem eingefroren werden, wenn sich unsere Einkommen nicht erhöhen", sagt sie. Außerdem dürfe es keine Zwangsräumungen geben, ohne dass den Betroffenen eine alternative Wohnung angeboten werde. Mieten in Madrid innerhalb weniger Jahre enorm gestiegen Bei mehr als 23 Euro pro Quadratmeter liegen die Mieten in Madrid, so das Immobilienportal idealista.com, so hoch wie nirgends sonst in Spanien - das sind mehr als 1.150 Euro für 50 Quadratmeter und 60 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. So rücken viele in Madrid eng zusammen und teilen sich die Miete, so auch María, die mit ihrem Sohn im Kinderwagen an der Kundgebung teilnimmt. "Wir wollten uns eine Wohnung kaufen, aber das klappte nicht. Jetzt zahlen wir eine Miete von 1.500 Euro. In einem Zimmer lebe ich mit Partner und Kind, in einem anderen der Mitbewohner", erzählt sie. Die Bilder von der Zwangsräumung der 87-Jährigen lösten in Spanien eine Welle der Empörung aus. Fall einer 87-Jährigen bewegt Spanien Es sind nicht die ersten Proteste, aber jetzt ist daraus ein Sturm der Entrüstung geworden. Auslöser ist die Zwangsräumung der Wohnung der 87-jährigen Rentnerin Maricarmen Abascal letzte Woche. Sanitäter trugen die schwerbehinderte Rentnerin aus dem Haus. Investoren hatten die Wohnung gekauft und die Miete von 440 Euro auf 1.650 Euro erhöht - deutlich über ihrer Rente. Da sie nicht zahlen konnte, beantragten die Investoren die Zwangsräumung. Zeltstadt als Zeichen des Protests Viele der Protestierenden sind nach der Kundgebung nicht mehr nach Hause gegangen, sondern haben auf dem zentralen Madrider Platz Puerta del Sol gecampt. Sie wollen bleiben, bis ihre Forderungen erfüllt sind, sagen sie. Die Zeltstadt wuchs am Sonntag beachtlich. Schlecht habe sie geschlafen, der Boden sei hart, sagt Paula Rodríguez nach der ersten Nacht. Aber sie lächelt zufrieden, es sei ein historischer Moment. Ihr Partner Carlos Rubio sagt: "Hier geht es nicht um rechts oder links. Hier geht es um das dringendste Problem dieses Landes. Und die Politik sagt, man könne nichts machen? Hat die Regierung nicht auch den Strommarkt reguliert oder jetzt die Benzinpreise? Dieses Thema brennt uns unter den Nägeln. Wenn die Parteien das nicht sehen, sind sie politisch erledigt." Die Zeltstadt auf dem zentralen Madrider Platz Puerta del Sol wuchs am Sonntag beachtlich. Erinnerung an Bewegung der Empörten vor 15 Jahren Der Protest erinnert an die Bewegung der Empörten, die in Spanien "15-M" genannt wird. Denn an einem 15. Mai begannen vor 15 Jahren auf demselben Platz und auf ganz ähnliche Weise die Proteste gegen die Folgen der Immobilienkrise. Der "15-M" war ein Wendepunkt, und dies sei jetzt auch ein Wendepunkt, glaubt der 30-jährige Carlos. Denn die Proteste zogen sich damals über Monate hinweg, die linkspopulistische Partei Podemos ging daraus hervor. Für Ministerpräsident Pedro Sánchez ist die Situation also heikel. Er hat nun zwar für Dienstag ein Dekret gegen Zwangsräumungen angekündigt. Doch seine Sozialisten haben im Parlament keine Mehrheit und müssen sich auch mit der bürgerlichen katalanischen Separatistenpartei Junts abstimmen. An deren Widerstand war erst im Januar ein ähnliches Dekret gescheitert. Für diesen Fall hält sich die Mieterinnengewerkschaft offen, im Zentrum von Madrid notfalls auch länger zu zelten. · Summary In Madrid protestierten Zehntausende gegen die Wohnungskrise und hohe Mieten. Auslöser war die Zwangsräumung der 87-jährigen Maricarmen Abascal, deren Miete Investoren von 440 auf 1.650 Euro erhöht hatten. Die Mieten in Madrid liegen bei über 23 Euro pro Quadratmeter, 60 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Nach einer Kundgebung errichteten Demonstranten eine Zeltstadt auf der Puerta del Sol und wollen bleiben, bis ihre Forderungen erfüllt sind: unbefristete Verträge, Mietein frierung und Schutz vor Zwangsräumungen. Der Protest erinnert an die Bewegung 15-M von vor 15 Jahren. Ministerpräsident Sá

Der Fall bewegt Spanien: Eine 87‑Jährige muss nach Jahrzehnten ihre Wohnung verlassen. Zehntausende demonstrierten in Madrid gegen die Wohnungskrise. Entsteht eine neue Protestbewegung? Von H.-G. Kellner.